26. BAföGÄndG

Wer bisher kein BAföG erhalten hat, könnte aufgrund der Änderungen durch das 26. BAföG-Änderungsgesetz (BAföGÄndG) ab dem Wintersemester 2019/2020 BAföG beziehen: Also BAföG-Antrag stellen! Die Chancen stehen so gut wie nie.

Was ändert sich durch das 26. BAföGÄndG? Wir haben hier für Euch die wichtigsten Änderungen zusammengestellt: Für Studierende mit Kind und Studierende mit pflegebedürftigen Angehörigen wird es dringend benötigte Erleichterungen geben. Der einkommensunabhängige KfW-Kredit wird zum zinslosen Volldarlehen. Also: Keine Zinsen mehr für den Studienkredit!

1. Erhöhung der BAföG-Bedarfssätze

Zum Herbst 2019 um 5% und ein weiteres Mal zum Herbst 2020 um 2%.

   Aktuell Ab Wintersemester 2019/2020 Ab Wintersemester 2020/2021
Grundbedarf  399,- € 419,- € 427,- €
Bedarf: Unterkunft bei den Eltern wohnend außerhalb wohnend bei den Eltern wohnend außerhalb wohnend bei den Eltern wohnend außerhalb wohnend
   52,- € 250,- €  55,- € 325,- €  56,- € 325,- €

2. Erhöhung der Kranken- und Pflegeversicherungszuschläge

3. Einführung von BAföG-Kranken- und Pflegeversicherungszuschlägen für Ü30-jährige

4. Erhöhung der BAföG-Vermögensfreibeträge ab Herbst 2020

Auszubildende selbst von 7.500 € auf 8.200 €
Ehegatten/Lebenspartner von 2.100 € auf 2.300 €
je Kind von 2.100 € auf 2.300 €

5. Erhöhung der BAföG-(Eltern-)Einkommensfreibeträge

Die Beträge werden in drei Stufen erhöht: zum Herbst 2019 um 7%, zum Herbst 2020 um 3% und zum Herbst 2021 um 6%.

6. Erhöhung des Kinderbetreuungszuschlags

Der Zuschlag wird von 130 € zunächst auf 140 € (Herbst 2019), dann auf 150 € (Herbst 2020) erhöht.

7. Erhöhung der Altersgrenze für die Kinderbetreuung

Die Kinderpflege/-betreuung soll statt bis zum Kindesalter von zehn Jahren nunmehr bis 14 Jahren als Grund für das Überschreiten der BAföG-Altersgrenzen bei Studienbeginn berücksichtigt werden, ebenso als Grund für Studienverzögerungen für eine spätere Vorlage des BAföG-Leistungsnachweises und für eine BAföG-Verlängerung bei Überschreitung der Regelstudienzeit.

8. Anerkennung der häuslichen Pflege von Angehörigen als Grund von Studienverzögerungen

Die häusliche Pflege von nahen Angehörigen (mindestens Pflegegrad 3) soll als Grund für Studienverzögerungen anerkannt werden und damit eine Förderung auch über die Regelstudienzeit hinaus ermöglichen.

9. Verzinster KfW-Kredit wird zum zinslosen BAföG-Volldarlehen

Ab (Neu-)Bewilligungen im Wintersemester 2019/2020 wird die BAföG-Förderungsart „verzinsliches BAföG-Bankdarlehen“ (KfW) durch „zinsloses BAföG-Volldarlehen“ (Staat) ersetzt. Das bedeutet: Keine Zinsen mehr! Dies betrifft z.B. Ausnahmefälle bei einer BAföG-Förderung über die Regelstudienzeit hinaus (z.B. Hilfe zum Studienabschluss) und keinen Abschluss eines Darlehensvertrages mit der KfW-Förderbank.

10. Änderung der Rückzahlungsmodalitäten für den Darlehensanteil

derzeit künftig
Die Hälfte der individuellen BAföG-Förderbeträge ist ein zinsloses Darlehen.
Davon sind aber nur max. 10.000 € einkommensabhängig zurückzuzahlen.

Beispiel: Wer den Höchstsatz von 735 € für ein Bachelor- und Master-Studium (5 Jahre) erhalten hat, hat 44.100 € Förderung erhalten – zahlt aber nur 10.000 € zurück – das ist weniger als 1/4!
Die Hälfte der individuellen BAföG-Förderbeträge ist ein zinsloses Darlehen.
Maximal sind 77 Monate à 130 €/mtl. einkommensabhängig zurückzuzahlen, das macht max. 10.010 € Rückzahlungssumme.
Beispiel: Wer den Höchstsatz von 861 € für ein Bachelor- und Master-Studium (5 Jahre) erhalten hat, hat 51.660 € Förderung erhalten – zahlt aber nur 10.010 € zurück – das ist weniger als 1/5!