Nachdem eine Delegation der Shenzhen Technology University (SZTU) vom 23. bis 25. Juli die Studentenwerke Niederbayern/Oberpfalz und Augsburg besuchte, fand nun vom 18. bis 25. November der Gegenbesuch in China statt.

In Shenzhen, einer 12-Millionen-Großstadt im Süden Chinas, soll eine Hochschule nach dem Muster einer deutschen Hochschule für angewandte Wissenschaften aufgebaut werden. Die OTH Regensburg dient hierbei als Vorbild; in den vergangenen drei Jahren hat sich dazu bereits ein reger Austausch zwischen der OTH Regensburg und der neu etablierten SZTU entwickelt. Anlässlich der Internationalen Woche an der SZTU reiste eine Delegation mit Vertretern der OTH Regensburg, der Stadt Regensburg und der Studentenwerke Niederbayern/Oberpfalz und Augsburg nach Shenzhen.

Studentenwerke unterstützen den Aufbau in Fernost

Die Studentenwerke Niederbayern/Oberpfalz und Augsburg waren zum Besuch in Shenzhen mit der stellvertretenden Geschäftsführerin Doreen Steudte (Niederbayern/Oberpfalz), Geschäftsführerin Doris Schneider (Augsburg) und jeweils zwei Mitarbeitern aus dem Bereich Hochschulgastronomie angereist. Eine Besichtigung der Mensa und der Studentenwohnanlagen auf dem Campus sowie Besuche in High Tech-Firmen für 3D-Laserdruck und Robotertechnik standen auf dem Programm. Da die SZTU in Zukunft viele internationale Studierende erwartet und sich insbesondere auch auf deutsche Austauschstudierende einstellt, ist sie besonders an der Expertise beider Studentenwerke interessiert. Bis zum Jahr 2021 plant die chinesische Universität einen Ausbau von einer auf sechs Mensen.

Bayerische Küche als Exportschlager in China: Studentenwerke und SZTU kochen gemeinsam bayerische Spezialitäten

Highlight des Austauschs war ein Bayerisches Büffet, für das die SZTU Festzelte für bis zu 1600 Gäste auf dem Sportplatz des Universitätsgeländes errichtete. Drei Tage lang bereiteten Köche aus Deutschland und China gemeinsam traditionelle bayerische Speisen wie Bierfleisch, Gulasch, Kartoffelsalat und Blaukraut zu. Für Andreas Riedl, Bereichsleiter Mensen beim Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz, lag in der Zubereitung der Speisen eine große Herausforderung: "Es war nicht einfach, westliche Küche in Fernost zu kochen. Zum Beispiel gab es in der Küche in Shenzhen neben Woks verschiedener Größe keine passenden Küchengeräte. Hier war große Improvisationskunst gefragt!" Dank der Unterstützung des Teams aus China wurde die "Bavarian Night" mit Büffet zu einem großen Erfolg: Die Studierenden verspeisten die angebotenen Gerichte nach kurzer Zeit und das kulturelle Rahmenprogramm aus Festreden, bayerischer Liederkunst und chinesischen Tanzgruppen wusste zu begeistern!

Auf Erkundungstour im chinesischen Silicon Valley

Neben Vertretern der Studentenwerke reisten von der OTH Regensburg Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier, Prof. Dr. Ingo Striepling und Prof. Dr. Nina Leffers, beide Fakultät Betriebswirtschaft, sowie Prof. Dr. em. Holger Haldenwang, ehemaliger Vizepräsident, nach Shenzhen. Als Vertreter der Stadt Regensburg war Toni Lautenschläger vom Amt für Wirtschaft und Wissenschaft mit vor Ort, denn seit 2016 unterstützt auch die Stadt Regensburg den Aufbau der SZTU. Anlässlich des Aufenthalts in Shenzhen stellte Toni Lautenschläger die neuesten Entwicklungen am Regensburg TechCampus vor und unterzeichnete mit der SZTU einen Vertrag, der ab Januar 2019 ein Verbindungsbüro der SZTU in der TechBase vorsieht. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen OTH Regensburg und der SZTU weiter gestärkt und auf nachhaltige Beine gestellt werden. Mit Unternehmen wie HuaWei, BYD oder WeChat-Anbieter Tencent ist Shenzhen das Silicon Valley von China und eine der wichtigsten Wirtschaftsmetropolen Chinas. „Wir bieten mit unserer Kooperation mit der SZTU und dem Verbindungsbüro eine Plattform für Kooperationen mit der südchinesischen Metropole und erhoffen uns erfolgreiche Kooperationen zwischen den Hochschulen sowie im Wirtschaftsbereich“, so Toni Lautenschläger zur Motivation der Stadt Regensburg beim Engagement mit Shenzhen.

Regensburg, Augsburg, Shenzhen - Auf dem Weg zu einer langfristigen Zusammenarbeit?

Motivation und Engagement war auf allen Seiten zu spüren und die arbeitsintensive Woche schweißte die deutsche und chinesische Gruppe eng zusammen. Riedl äußert sich begeistert von der erlebten Euphorie und zieht ein in die Zukunft gerichtetes Fazit: "Von der Dynamik, der Größe der Stadt und der Freundlichkeit der Gastgeber war ich total begeistert. Mal wieder hat man gesehen, wie viel einem der kulturelle Austausch bringt. Bis 2021 möchte die Universität von einer auf sechs Mensen wachsen. Spätestens dann freuen wir uns auf einen weiteren Besuch in China!"