Vorgeschichte

Das ueTheater ist eine von ca. 13 Theatergruppen, die seit vielen Jahren das Theater an der Universität Regensburg mit engagierten Aufführungen bespielt.

Der Leiter des ueTheaters - bei dem es sich nicht um einen Studierenden handelt - setzt sich seit 2007 für die Umbenennung des Theaters in Elly Maldaque-Theater ein. Elly Maldaque war eine jüdische Lehrerin, die während der Zeit des Nationalsozialismus getötet wurde. Das Namensrecht für die Gebäude am Campus besitzt nur der Eigentümer: die Universität Regensburg. Die Universität Regensburg wäre unter Umständen bereit gewesen, einer Umbenennung zuzustimmen, wenn die Mehrheit der studentischen Theatergruppen sich dafür ausgesprochen hätte. Das war aber bei zweimaligen Befragungen nicht der Fall. Die Theatergruppen sehen in der Person von Elly Maldaque keinen Zusammenhang mit dem Spielort im „Theater an der Uni“ und möchten diese Bezeichnung nach einer langjährigen Betriebszeit als Wiedererkennungsmerkmal erhalten.

Prozess

Leider kann der Leiter der Theatergruppe ueTheater diese Entscheidung nicht akzeptieren und lehnt es deshalb ab, bei der Nutzung des Theaters die Richtlinien des Studentenwerks zu beachten. Nicht geförderte Theatergruppen zahlen eine ortsübliche Gewerbemiete für die Spielstätte "Theater an der Uni". Da die Theatergruppe ueTheater die Förderrichtlinien fortlaufend missachtete, wurde eine gewerbliche Miete gefordert. Im Sommer 2018 verzichtete das Studentenwerk vor dem Landgericht Regensburg auf die Eintreibung dieser Forderung, um die Existenz der Theatergruppe nicht zu gefährden. Im Gegenzug sicherte der Leiter der Theatergruppe ueTheater zu, die Richtlinien zukünftig zu beachten.

Aktion „Kulturelle Förderung“

Das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz fördert die kulturelle Entwicklung der Studierenden durch die Bereitstellung von Einrichtungen im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich nach Art. 88 Bayerisches Hochschulgesetz. Deshalb ist das Studentenwerk Pächter des Theaters im Studentenhaus am Campus der Universität Regensburg. Das Theater wird vom Studentenwerk voll ausgestattet und durch fachkundiges Personal (Theatertechniker) betreut. Die Studierenden werden in allen Normen und in die Nutzung der vorhandenen Technik eingewiesen, um sichere Veranstaltungen nach der Versammlungsstättenverordnung aufführen zu können. Das Studentenwerk finanziert diese Aufgabe überwiegend aus den Studentenwerksbeiträgen und ist deshalb daran interessiert, möglichst viele Studierende nach gleichen nachvollziehbaren Grundsätzen kulturell zu fördern. Aus diesem Grund wurden Richtlinien für die Nutzung des Theaters und der Fundusräume vom Studentenwerk herausgegeben.

Keine Strafanzeige

Das Studentenwerk bedauert es, gegen eine kulturell engagierte Gruppe von Studierenden und ihren Leiter gerichtliche Auseinandersetzungen führen zu müssen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, das Engagement junger Studierender zu fördern. Deshalb schätzen wir auch den Beitrag der Theatergruppe ueTheater, der es stets ein Anliegen ist, politisch brisante Themen zu inszenieren. Dank der langjährigen Erfahrung des Leiters sind die Inszenierungen hoch professionell und werden zu Recht national beachtet und ausgezeichnet. Wir hoffen, dass es bald zu einer gütlichen außergerichtlichen Einigung kommt und die Theatergruppe ueTheater sich wieder auf ihre Inszenierungen konzentrieren kann.