In der Wohnanlage Dr.-Gessler-Straße leben rund 600 Studierende. Im Waschkeller stehen ihnen acht Maschinen zum Wäschewaschen zur Verfügung – zu Stoßzeiten sind diese häufig allesamt belegt, außerhalb dieser kann es vorkommen, dass sie überhaupt nicht genutzt werden. Dieses Problem haben Daniel Florea und Pascal Bily, beide Absolventen des Masterstudiengangs Informatik an der OTH Regensburg, erkannt und eine Lösung in Form einer App entwickelt.

In ihrem Abschlusssemester vergangenen Sommer belegten die beiden Kommilitonen das Modul „Projektstudium 2“ bei Prof. Dr. Alexander Metzner. Daniel Florea und Pascal Bily wohnten zu dieser Zeit in den Wohnanlagen Dr.-Gessler-Straße bzw. im Vitusstraße. Wenn es ums Wäschewaschen ging, machten beide dieselbe Beobachtung: „Wir stellten fest, dass man immer wieder in der Waschküche ankommt und alle Waschmaschinen belegt sind. Zu anderen Zeiten waren wiederum alle Maschinen frei“, sagt Daniel Florea. Sie tauschten sich über das Problem aus und überlegten sich, eine Lösung innerhalb des Seminars „Projektstudium“ zu erarbeiten. Ihr Ansatz: Mittels eines kontaktlosen 3-Achsen-Kompass-Sensors wollten sie an den einzelnen Maschinen den Strom messen, was Aufschluss darüber gibt, ob diese gerade in Betrieb sind oder nicht. Das Ergebnis sollte in einer Cloud abgebildet werden und über eine Seite auf Endgeräten wie Smartphones abrufbar sein.

Ein System mit Messmodulen für alle Waschmaschinen bauten die beiden Informatiker dann zum Probelauf in der Wohnanlage Dr.-Gessler-Straße ein. „Der Testlauf lief aus unserer Sicht sehr gut“, sagt Pascal Bily. Das Feedback der Nutzer sei durchweg positiv gewesen und das System sei bislang ohne Ausfälle durchgelaufen. Zurzeit befinden sich die beiden App-Macher in Gesprächen mit dem Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz über die Installation des Systems in weiteren Wohnheimen. Geschäftsführerin Gerlinde Frammelsberger zeigte sich begeistert: „Wir wollen die beiden jungen Absolventen unterstützen und prüfen derzeit, ob eine Ausweitung des Systems auf weitere unserer Wohnanlagen möglich wäre.“  

Die Informatik-Absolventen sind inzwischen übrigens keine Heimbewohner mehr: Sie haben beide eine Anstellung als Software Development Engineer bei der Vector Informatik GmbH in Stuttgart bzw. Karlsruhe angetreten, wo sie sich mit Ethernet- bzw. Softwareanwendungen für die Automobilindustrie beschäftigen.

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