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2026

Deutsche und französische Studierende stehen zusammen mit Begleitpersonen vor der Steinernen Brücke in Regensburg.

Zusammen mit dem Crous Clermont Auvergne aus Clermont-Ferrand organisiert das STWNO zweijährige Austauschprogramme für Studierende. Vom 9. bis 14. März 2026, während der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg, haben sich deutsche und französische Studierende in Regensburg getroffen, um gemeinsam unter professioneller Anleitung von einem Workshopleiter aus Clermont-Ferrand einen Kurzfilm zu erstellen. 2027 wird sich die Gruppe zum Rückbesuch in Clermont-Ferrand treffen. Ein Rückblick.

Beginn des Projektes mit ambitioniertem Zeitplan

Vier Tage um einen Kurzfilm zu erstellen, ist das möglich? „Ja, obwohl es sehr knapp wird,“ sagt Jérémy Laurichesse, der seinen Workshop „72 H film project“ schon im Crous Clermont Auvergne durchführte. Doch funktioniert der Workshop auch in Deutschland mit einer sich nicht kennenden Gruppe aus Studierenden verschiedener Studiengänge? Die Studierenden kamen aus verschiedenen Bereichen: Sie studierten nicht nur Medien- oder Kunstwissenschaften, sondern auch Wirtschaftspsychologie, Biologie, Musik und Soziale Arbeit, Informatik. Auch die Vorkenntnisse in Filmproduktion fielen ganz unterschiedlich aus.
Die Herausforderung zu Beginn der Austauschwoche schien daher groß. Und die Zeit war knapp. So verloren die Studierenden auch keine Zeit und starteten nach einer kurzen Vorstellungsrunde und zwei Eisbrecher-Spielen auch gleich mit der Projektarbeit.

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Die insgesamt zwölf Studierenden, sechs aus Frankreich und sechs aus Deutschland, wurden in drei Gruppen aufgeteilt, um Entwürfe eines Drehbuchs zu entwickeln. Doch damit nicht genug: Es folgten der Pitch der Entwürfe, Fragen aus der Gruppe, die Wahl einer der vorgestellten Filmideen, eine erneute Aufteilung in Gruppen zum Drehbuch, zur Shotlist und zur Post-Produktion sowie einem Casting unter den Studierenden zur Auswahl der Hauptrollen. Nach einer schwierigen Entscheidung kam es schließlich zum Konsens für ein deutsch-französisches Paar.

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Gelebte deutsch-französische Freundschaft

Die kurze Zeit bis zur Fertigstellung des Kurzfilms erforderte von Anfang an eine enge Zusammenarbeit. Die Offenheit aller und die Arbeit an einem gemeinsamen Ziel schweißte die Studierenden schnell zusammen. Und noch mehr: Die Gruppe wurde zu einer befreundeten Gemeinschaft, in der Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede keine Schwierigkeiten darstellten, sondern eine Bereicherung waren. Der Austausch wurde so schnell zu gelebter deutsch-französischer Freundschaft.

Drehen in historischer Kulisse

Neben der Filmerstellung blieb auch Zeit, sich bei gemeinsamen Aktivitäten besser kennenzulernen – teilweise ohne, teilweise mit Blick auf die noch kommenden Dreharbeiten. Noch am ersten Projekttag vermittelte eine Stadtführung in Regensburg Ideen für Drehorte. So wurde in den folgenden Tagen die Altstadt als Dekor für mehrere Szenen genutzt. Die Studierenden haben auch Regensburger Cafés einbezogen. Die Inhaberinnen und Inhaber waren alle hilfsbereit, nur passte manchmal die Lage nicht (zu viel Lärm oder keine gute Beleuchtung für den Dreh). Die Auswahl geeigneter Drehorte bot insbesondere den Regensburger Studierenden einen ganz neuen Blick auf „ihre“ Stadt.

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Auf dem Drehset ergaben sich dann wieder ganz neue Rollen für die Studierenden. Die Rollen tauschten sich durch, sodass fast jede*r alle Aufgaben probieren konnte: Setup, Tonaufnahme, Kamera, Regie, Klappe und und und. Der Gruppe wurde schnell bewusst, wie viel Arbeit in einem Dreh steckt. Und schnell wurde auch klar, dass der Kurzfilm in der kurzen Zeit nur erstellt werden kann, wenn alle gut miteinander kommunizieren und das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren. Glücklicherweise war der Dreh schnell und erfolgreich. Häufig mussten nur wenige Takes einer Szene aufgenommen werden. So blieb Zeit, die Drehorte zu erweitern und neben Regensburg auch die Walhalla in Donaustauf zu besuchen. Der sonnige Ausflug war für alle gerne willkommen.

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Austauschthema Film – in und neben der Projektarbeit

Die Begegnung stand ganz im Zeichen des Films. Alix, die ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kulturbereich des Crous Clermont Auvergne absolviert, übernahm so ein zweites Filmprojekt: Sie filmte den Alltag der Studierenden und führte Interviews für die Erstellung eines Making-Offs.

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Und es war auch kein Zufall, dass der Austausch während der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg stattfand. An zwei Abenden besuchte die Gruppe Kurzfilmvorführungen in Regensburger Altstadtkinos. Vielleicht schafft es ja der gemeinsam gedrehte Kurzfilm auch eines Tages in das Festivalprogramm.

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Letzter Tag: Voice-Over, Filmschnitt und Vorstellung der Projektarbeit

Nach dem Dreh folgte die Post-Produktion: Glücklicherweise verfügt das STWNO über ein professionell ausgestattetes Medienstudio mit Schnittraum und Tonstudio für die Aufzeichnung von Voice-Over-Aufnahmen. Musikalisch talentierte Studierende aus der Gruppe komponierten zudem noch eigene Filmmusik bestehend aus Lyrics, E-Bass, Gesang und Klavier.

Unter Hochdruck stellten die Studierenden schließlich ihren Kurzfilm fertig. Nur noch der Feinschnitt eines Profis steht aus und dann kann das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden. Mitarbeitende des STWNO erhielten während eines „Wirkstattbesuchs“ schon einen ersten Eindruck des fertigen Films. Die Anwesenden waren begeistert, welche Qualität in dem Kurzfilm steckt. Bravo!

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Bei intensiver Arbeit verging die Zeit wie im Fluge und so verließen die Gäste aus Frankreich nach sechs langen Tagen Regensburg, um mit Wehmut die Heimfahrt nach Clermont-Ferrand anzutreten. Die Vorfreude auf das Wiedersehen 2027 in Clermont-Ferrand ist schon jetzt groß. Ein Feedback aus der deutschen Gruppe fasst die Woche treffend zusammen: „[Es] war wirklich eine der tollsten Wochen seit langem für mich. Eine echte Bereicherung. Und ich freue mich extrem auf die Reise nach Clermont-Ferrand. Die französischen Austauschstudierenden sind super nett und witzig.“

Ein abschließender Dank geht an das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), dessen finanzielle Unterstützung die Durchführung des Austauschs ermöglicht hat (mehr Informationen zum Deutsch-Französischen Jugendwerk).

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