Neben Studium, Arbeit und Haushalt ist es nicht immer leicht, für Mahlzeiten zu sorgen, die dem eigenen Anspruch auf Nachhaltigkeit genügen. Das Juradistl-Projekt leistet mit der extensiven Weidehaltung von Schafen und Rindern einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der heimischen Natur- und Artenvielfalt.
Inhalt
- Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura
- Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten
- Unser Angebot in den Mensen: Juradistl-Lamm und Juradistl-Weiderind
- Wir sind Partner für Natur- und Artenschutz
- Juradistl-Interviews
5.1. Josef Sedlmeier
5.2. Helmut Meier
5.3. Herbert Scheurer
5.4. Herbert Schlupf - Weiterführende Links
1. Juradistl - Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura
Juradistl ist das größte Biodiversitätsprojekt der Oberpfalz. Es ist damit Bestandteil der Bayerischen Biodiversitätsstrategie 2030 und wird mit Mitteln des Freistaats Bayern unterstützt. Die Regierung der Oberpfalz hilft hier tatkräftig, um die Umsetzung des Projekts mit zu begleiten. Und in dieser Umsetzung gibt es viele Partner, die für Juradistl zusammenarbeiten. Die Landschaftspflegeverbände Amberg-Sulzbach, Neumarkt i. d. Opf., Regensburg und Schwandorf sind die Träger des Projekts. Damit sind auch die Kreisverwaltungen, die Städte Amberg und Regensburg und die zahlreichen Kommunen in den Landkreisen mit im Boot. Aber auch viele weitere Behörden, Vereine, Verbände und nicht zuletzt die Juradistl-Markenfamilie: Die Schäfer, die Landwirte, die Schlachtbetriebe, die Metzgereien, die Gastwirte und auch Obstbaumbesitzer und die Privatkelterei Nagler aus Regensburg, die eine Apfelschorle aus Juradistl-Streuobst herstellt. Sie alle vereint ein Ziel: Der Erhalt der biologischen Vielfalt im Oberpfälzer Jura.
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2. Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten
Dass man beim Genuss eines guten Essens auch Lebensräume für viele seltene Tier- und Pflanzenarten unserer Heimat erhalten kann, erläutert der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Regensburg, Josef Sedlmeier, einer der Projektträger von Juradistl: „Noch vor 50 Jahren waren der Wanderschäfer oder auch weidende Rinder das gängige Bild der Landwirtschaft. Als Nebenprodukt dieser sehr extensiven Nutzung von Feld und Flur entstanden vielfältige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die starke Intensivierung in der Landwirtschaft hat das geändert. Produkte, die nach wie vor extensiv, also mit positiven Effekten für Natur- und Artenreichtum erzeugt werden, bringen meist weniger Ertrag, sind deshalb deutlich teurer und anspruchsvoller zu vermarkten. Dafür wurde im Kerngebiet des Oberpfälzer Jura, das große Teile der Landkreise Amberg-Sulzbach, Neumarkt i. d. Opf., Regensburg und Schwandorf umfasst, die Naturschutzmarke Juradistl geschaffen.“
„Jeder Euro, der für ‚Juradistl‘-Produkte ausgegeben werde“, so Sedlmeier weiter, „belohne den Verbraucher und die Verbraucherin nicht nur mit einem naturnahen und tiergerechten Qualitätsprodukt aus der Region, sondern helfe auch dabei, ein Stück ländlicher Kultur, traditionelles Handwerk und regionale Wirtschaftskreisläufe zu fördern. Juradistl möchte also nicht nur Naturschutz, sondern auch Zusammenhänge zwischen Natur, Erholung, Wirtschaften, Essen und Trinken, Gesundheit und damit die Lebensqualität als solches ins Bewusstsein rücken.“
3. Unser Angebot in den Mensen: Juradistl-Lamm und Juradistl-Weiderind
Die Juradistl-Lamm-Spezialitäten kommen von heimischen Hüteschäfern. Kräuterreiche Trockenhänge werden beweidet, wachsen deshalb nicht zu und können so ihren Reichtum an Tier- und Pflanzenarten erhalten. Im Stall sind die Schafe nur im Winter, wenn in der Flur kein Futter verfügbar ist. Die viele Bewegung an der frischen Luft tut den Tieren gut und sorgt auch für die hervorragende Qualität des Fleisches, das schließlich in den Mensen auf den Teller kommt.
Gleiches trifft auf das Juradistl-Weiderind zu. Dort, wo durch extensive Rinderbeweidung noch Blumen und Kräuter wachsen, gibt es viele Vögel, Insekten und andere Tierarten. Diese artenreichen Wiesen sind aufgrund der starken Intensivierung in der Landwirtschaft mittlerweile besonders stark gefährdet.
4. Wir sind Partner für Natur- und Artenschutz
Das Studierendenwerk unterstützt artgerechte und regionale Tierhaltung mit nachvollziehbarer Herkunft. Wir übernehmen Verantwortung für regionale Kreisläufe, für die heimische Kulturlandschaft und für gutes und gesundes Essen für Studierende.
Das gilt im Übrigen auch für die Juradistl-Apfelsaftschorle der Regensburger Kelterei Nagler, die in unseren Mensen und Cafeterien angeboten wird. Die Apfelsaftschorle stammt aus Streuobst-Äpfeln und ist damit der geeignete Durstlöscher für alle, die auf nachhaltig erzeugte Produkte aus unserer Region setzen.
5. Juradistl-Interviews
In den Mensen bieten wir nachhaltige und regionale Fleischgerichte in Kooperation mit dem Oberpfälzer Biodiversitätsprojekt Juradistl an. Aber wo kommt das Fleisch für die Gerichte überhaupt her? Wir haben uns den Lebensraum der Rinder und Schafe angeschaut.
Am 7. Juni 2019 haben wir mit Helmut Meier, dem Küchenchef der OTH-Mensa, zwei Juradistl-Betriebe besucht: Den Weiderind-Betrieb von Herbert Scheuerer in Beratzhausen und den Lamm-Betrieb von Herbert Schlupf in Berching.
Die folgenden Interviews informieren über das Juradistl-Projekt und die Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk:
5.1. Josef Sedlmeier, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Regensburg
5.2. Helmut Meier, Küchenchef OTH-Mensa (heute: Küchenchef Uni-Mensa)
5.3. Herbert Scheuerer, Landwirt in Beratzhausen

Herr Scheurer, stellen Sie sich doch kurz vor und erzählen Sie von Ihrem Hof.
Ich bin der Scheuerer Herbert, bin hier in Hadelsdorf geboren. Den Hof hier bewirtschafte ich seit 2011. Zu Juradistl bin ich gekommen, weil ich gerne Vollzeit in der Arbeit bin. Als wir am Hof die Milchviehhaltung aufhören mussten, haben wir gemerkt, dass es sich ohne Kühe dann doch nicht so gut leben lässt. Ohne Viacher geht's a net! Drum haben wir mit dem Herrn Schwarz dann angefangen das Juradistl-Projekt zu machen, auch mit Weidehaltung.
Wie lange läuft die Zusammenarbeit schon?
Von Anfang an, seit 2011/12 bin ich dabei. Ich bin einer von den ersten schätze ich, die mitgemacht haben bei dem Projekt. Seitdem läuft's super! Wir haben drei Hektar Weidefläche. In ein paar Jahren stellen wir um auf Bio. Da wird vielleicht noch ein bisschen Fläche dazukommen. Gesamtbewirtschaftet im Betrieb werden 80 Hektar, dann eben auch auf Bio.
Wie viele Kühe haben Sie denn auf dem Hof?
Die Rassen sind zurzeit 31. Und im Stall drinnen sind sieben Stück. Immer die, die kastriert werden, müssen erst im Stall bleiben, damit die sich nicht gegenseitig abschlecken.
5.4. Herbert Schlupf, Schäfer in Berching

Stellen Sie sich doch den Studierenden vor und wie Sie zu Juradistl gekommen sind.
Ich bin der Schlupf Herbert. Ich mach' das schon seit 35 Jahren hauptberuflich, vorher als Hobby. Bei Juradistl bin ich dabei seit Anfang an, das hat sich so ergeben. Das freut mich auch. Läuft auch gut, also besser als alleine.
Wie schaut denn der Tagesablauf eines Schäfers aus?
Von neun bis zwölf vormittags müssen sie [= die Schafe] raus, ans Wasser in den Schatten. Und dann von vier bis acht. Also sieben Stunden am Tag gehören sie raus.
Gehen Sie jeden Tag die gleiche Route?
Nein nein, ich bin in zwei Gemeinden unterwegs. Das hier ist der größte Berg, da kann ich jetzt eine Woche bleiben. Meistens musst du jeden vierten oder fünften Tag wechseln.








